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Gemalte Musik

Ina Conradi: REENTKO DIRKS “Sounds for the silver screen 1"
- Bilder von Ina Conradi sind derzeit auch im Bürohaus des 33. Evangelischen Kirchentags (Ostraallee 25, 1. OG) zu sehen, eine weitere Ausstellung beginnt am 21. August im DRK Blutspendezentrum, Blasewitzer Straße 68.
- Weitere Infos zur Malerai von Ina Conradi auf ihrer Website.
Youstiz in der Scheune-Akademie

Am kommenden Sonnabend richtet die Scheune-Akademie ab 10 Uhr das 1. Branchentreffen 2010 aus. Diesmal soll sich alles um das Thema “Youstiz – Musikvideos – Geschichte(n), Gesetze, Geld” drehen. Mit der Akademie sollen interessierte Privatpersonen ebenso wie Musiker, Label- und Filmemacher, Menschen mit Blick fürs Gestalterische und Geschichtenerzähler angesprochen werden.
- Aus dem Veranstaltungstext:
“Wir alle nutzen die bekannten Videoportale, um Musikern bei der Visualisierung ihrer Kreativität zuzusehen, kennen aber auch audiovisuelle Beiträge, die sich auf das Zeigen von Plattencovern oder verwackelte, rauschende Livemitschnitte beschränken. Unsere Recherche nach Musikvideoproduktionen sächsischer Künstler war leider weder quantitativ noch qualtitativ besonders erfolgreich. Eigentlich verwunderlich, wissen wir doch auch, dass sich ein dramaturgisch gelungenes, schön animiertes oder humorvolles Video wie ein Lauffeuer verbreiten kann – und mit ihm auch die Musik.”
Programm und weiterführende Informationen auf www.scheune-akademie.de
Demonstration für mehr Musik, Liebe und Johannes
Am Freitag, dem 21. August, soll am Albertplatz um 14 Uhr eine “Große Demonstration für mehr Musik, Liebe und Johannes” starten. Das Spektakel wird garniert mit Live Musik mit Eastside Entertainment, der Hip Hop Crew aus der Neustadt. Angeblich will die lustige Truppe mit einem großen Hänger kreuz und quer durch die Neustadt fahren. Das Ziel, die Schauburg, soll gegen 20 Uhr erreicht werden.
Rockcity Dresden
Soeben in der Dönerei fiel mir das wunderbar schwarz-weiße Magazin Rockcity Dresden erst ins Auge, dann in die Hände. Gestern noch spielten die Titelhelden beim Umsonst & Draußen herrlich flanschigen Rock und jetzt grüßen sie als Stars von der Titelseite. Immerhin schon achte Ausgabe dieses alternativen Jugendkulturmagazins ist inzwischen erschienen. Kompliment an die Dresdner Stadtmusikanten, die das Blättchen herausgeben. Wer endlich mal mehr über die vielen Bands wissen will, die zur BRN gespielt haben, der wird hier gut informiert.
Musik in der Groovestation
Heute Abend geht es nach Auskünften der Veranstalter in der Groovestation an die Reserven. The Wazomba Bigband trifft auf Robert and the Roboters. Weiterhin ist von Veranstalterseite von Saufgelage und Tanzmusik die Rede. Start ist um 22 Uhr und der Eintritt kostet schlappe 6 Euro.
Nach der Punkrocklesung in der vergangenen Woche gibt es an diesem Donnerstag Musik dieses Genres: Es spielt die Generation Breakdown aus Dresden und Graf Zwirni aus Nordhessen. Anfang wiederum 22 Uhr, Eintritt ebenfalls 6 Euro.
Festival frei improvisierter Musik
In der Blauen Fabrik läuft seit dem 19. September das Festival frei improvisierter Musik. Weitere Informationen gibt es bei Jazz und Sonstiges.
Am 27. September spielt Obelique aus Berlin mit Pierre Borel (Altsaxophon und Klarinette), Derek Shirley, Hannes Lingens, Günther Heinz, Andreas Scotty Böttcher und Mathias Macht. Am Sonntag gibt es dann am Vormittag eine musikalische Matinee für die ganze Familie. Mit dabei am Saxophon: Hartmut Dorschner, an den Drums: Günter Baby Sommer und es soll italienische Überraschungsgäste geben. Am Abend gibt es um 20 Uhr das Gordon Grdina Trio aus Kanada.
Von Jazz im Rock-Schuppen
Normalerweise ist der Montag ein fester Termin und den lasse ich mir auch von irgendwelchen Feiertagen nicht vermiesen. Denn normalerweise fröne ich montags dem Kicker-Spiel in der Groove-Station auf der Katharinenstraße. Doch an diesem merkwürdigen Maifeiertag kommt alles ganz anders. Erst hält mich ein lustiger Umzug auf, eine kleine Schar junger Leute zieht mit lauter Musik durch die Neustadt und protestiert gegen Yuppies, zu viel Arbeit und Luxushotels in der Neustadt. Dann treffe ich meinen Kicker-Partner und an der Groove-Station auf einen ziemlich blöden Zettel. „Einlass ab 20 Uhr“ Da fällt es mir wieder ein. Ab sofort gastiert die Open-Mic-Night in der Groove-Station. Der kleine Sangeswettbewerb, der sich seit einiger Zeit im Blue Note großer Beliebtheit erfreut. Und wie auf Bestellung tritt Mirko, schwer tätowierter Chef des Blue Note, auf den Plan und bestätigt uns: Heute vorerst kein Kickern, es braucht Ruhe im Laden, um alles auf den großen Abend vorzubereiten. Und er erklärt auch den Umzug. Schließlich sei das Blue Note auf Dauer zu klein für die monatliche Veranstaltung geworden.
Seit Februar vergangenen Jahres dürfen Laien bei der Open-Mic-Night singen. (ich habe darüber bereits berichtet, siehe hier) Begleitet werden sie von gestandenen Musikern um Lars Kutschke und Sven Helbig. Doch im Gegensatz zu den Karaoke-Spaß-Veranstaltungen wie beispielsweise im Prinz, wo sich ganze Heerscharen Betrunkener kollektiv vor das Mikrofon stellen und gröhlen, was das Zeug hält. Jedenfalls im Gegensatz dazu, treten bei der Open-Mic-Night vorwiegend Sängerinnen und Sänger auf, die ihr Handwerk wenigstens halbwegs verstehen. Das beste Beispiel lieferte dafür am Montagabend wohl Annamateur, die mal wieder die Herzen der Neustädter erfrischte.
Doch irgendwie passt mir das alles nicht. Vielleicht bin ich ja zu konservativ, aber dieser latent jazzige Gesang und diese romantische Blues-Musik – das passt für mich alles nicht zur Groove-Station. Hier muss es richtig krachen und rocken. Mal ehrlich, die Tequilla-Monsters würden doch auch nicht im Blue Note auftreten, oder? Ich freue mich jedenfalls schon wieder auf den kommenden Sonntag wenn in der Groove-Station eine Band mit dem bezeichnenden Namen „Schrottgrenze“ auftritt. Diesmal garantiert kein Jazz.
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Anmerkung 2007: Nach Auskunft des Blue-Note Chefs handelt es sich weder um Jazz, noch um Blues, sondern um Funk und Soul. Die Unterschiede muss man erstmal erkennen. Die Open-Mic-Night hat jetzt eine eigene Webseite.
Von langer Weile und wildem Tanz
Irgendwie ist es öde heute. Eine meiner Lieblingsbands, die Tequila-Monsters, spielt mal wieder in der Groovestation. Eigentlich ein Garant für gute Laune und ausgelassene Stimmung, aber gerade heute, wo ich mit der Band vor meiner weiblichen Begleitung angeben will. An den Herren und Damen auf der Bühne liegt es sicher nicht. Sie schrammeln große Hits und schicken ihr Nummernhuhn als Gogo-Girl über die Tanzfläche. Außerdem sehen sie mit ihren riesigen Sombreros, den klassischen mexikanischen Strohhüten, wie immer sehr gut aus. Sogar der Saxophonist, El Gringo,
geht heute ein bisschen aus sich heraus. Doch der Funke will nicht überspringen. Vielleicht liegt es am Altersunterschied, während auf der Bühne der Schnitt schon jenseits von Gut und Böse ist, ist das Publikum oft noch nicht mal zwanzig Jahre alt.
Die Vortänzerin, das Nummernhuhn, auch Tequila-Huhn genannt, springt in seinem gefiederten Kostüm vor der Bühne herum, als gelte es einen Preis zu gewinnen. Und plötzlich passiert es: Aus der Gruppe der Jugendlichen löst sich ein Bursche und strebt zur Bühne hin, fasst das Huhn bei den Händen, wirbelt es herum und zeigt mehr oder weniger elegante Tanzschritte. Nach dieser Tanzeinlage ist der Bann gebrochen, die jungen Mädchen tanzen zu altertümlichen Melodien von Musikern wie Jimi Hendrix, der J. Geils Band oder Steppenwolf. Letztere wurden bekannt durch den Titel „Born to be wild“. Und bei diesem Song kocht die Stimmung in der Groovestation fast über, selbst coole Langhaarige hält es nicht mehr auf ihren Hockern. Doch dann, das Drama: Nach dem heißen Song folgt ne Pause, weil wohl einer der Musiker seine Noten nicht findet. Schwupps ist die Tanzfläche leer, die Langhaarigen haben sich wieder in die dunklen Ecken zurückgezogen, das Tequila-Huhn tröstet sich mit einem Plüschweihnachtsmann und die jungen Mädchen müssen ganz dringend auf Toilette.
Doch die Truppe schafft es noch einmal mit mehreren heißen Nummern, die Stimmung wieder anzuheizen. Am Ende müssen sie wieder zig Zugaben spielen und alle freuen sich schon auf den nächsten Termin am 19. Dezember.
Von Kamelen und Sex in der Wüste

El Grande
El Grande, der Mann mit dem größten Sombrero und der Mann mit dem Mikrofon geht völlig aus sich heraus, am Boden liegend schreit er die letzten Töne, dann zuckt er nur noch und die total erschöpfte Band hört nach der fünften Zugabe endlich auf. Das Publikum zeigt Einsicht und klatscht nur noch höflich. Schade, dass der nächste Auftritt erst im September sein soll.
Von offenen Mikrofonen und heißen Stimmen
Sie sieht heiß aus. Bekleidet mit einem Hauch von Nichts und doch nicht anstößig. Die Zähne glänzen weiß, die Lippen dunkelrot bilden einen scharfen Kontrast zum Metall des Mikrofons. Und dann die Stimme. Mal weich, dann wieder rau. Soweit ich das beurteilen kann, trifft sie jeden Ton. Und wenn ich die Gesichter der Musiker hinter ihr sehe, die sind auch begeistert.
Es ist Dienstag und ich bin im Blue Note. Ganz ehrlich, nicht immer passt mir das Musik-Programm in der Bar, doch heute ist Open-Mic-Night. Eigentlich wollte ich gar nicht kommen, doch eine gute Bekannte hat mich überredet. In ihren Worten: „Das ist wie Karaoke, nur besser.“ Ich glaube, wenn das der Organisator hört, fallen ihm die restlichen Haare aus. Aber zurück zum Thema, jeden ersten Dienstag darf also jeder, der sich anmeldet, singen. Zur Sicherheit gibt es ein paar gestandene Musikprofis. Und ich bin mittendrin. Die Bar ist rammelvoll, trotz fünf Euro Eintritt. Die erste Sängerin hat ihren Auftritt unter tosendem Applaus beendet, irgendjemand raunt mir zu, dass sie ganz so laienhaft nun auch wieder nicht sei, sondern wohl schon ab und zu ein paar Engagements habe. Ich würde am liebsten irgend einen Radio-Fritzen anrufen und fordern, dass er künftig lieber solche Musik statt den größten Hits von irgendwann spielen soll.
Doch schon rollt das Programm weiter, wieder steht eine junge Frau auf der Bühne, ein wenig unsicher lächelt sie den Musikern zu, und weiß noch nicht so recht an welcher Stelle sie nun mit dem Singen anfangen soll. Doch als sie dann den Mund öffnet verstummt das letzte Gemurmel in der Bar, alle lauschen. Wer hätte gedacht, dass aus so einer zierlichen Person, so große Töne herauskommen können.
Der Abend schreitet voran, die Musikrichtung bleibt ähnlich, schwankt zwischen Funk und Soul. Applaus bekommt jeder. Zwar sind nicht alle überragend, doch richtig schlecht ist keiner. Also nichts da mit Karaoke-Abend. Zur nächsten Open-Mic-Night braucht mich sowieso keiner überreden. Und diesmal werde ich auch früher kommen, des besseren Platzes wegen.
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Anmerkung 2006: Die Open-Mic-Night ist seit Mai in Die Groove-Station umgezogen


