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Rauchen in der Neustadt
In den nächsten Tagen soll die Sächsische Regierung über einen neuen Gesetzentwurf zum Thema “Rauchen und Gastronomie” entscheiden. So wie derzeit bekannt ist, wird es wohl in kleinen Einraumkneipen mit weniger als 75 Quadratmeter Gastfläche und in abgetrennten Raucherräumen auch in Diskos und größeren Kneipen erlaubt sein. Außerdem soll in geschlossenen Veranstaltungen wie Familienfeiern geraucht werden dürfen.
An dieser Stelle möchte ich eine kleine Liste mit den Rauchgepflogenheiten der Neustädter Kneipen etablieren. Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich bitte um Ergänzungen per Kommentar.
Nachtrag, 24. November:
Am Montag, dem 23. November hat sich der Sozialausschuss des Landtages auf eine endgültige Regelung festgelegt. Erlaubt sein soll das Rauchen künftig in Nebenräumen von Kneipen, kleinen Einraum-Wirtschaften und Spielhallen die Minderjährigen keinen Zutritt gewähren. Erlaubt sein wird das Rauchen in geschlossenen Gesellschaften und – für Volljährige – vor Berufsschulen. Das neue Gesetz muss noch vom Landtag beschlossen werden. Diesen Beitrag weiterlesen »
Neulich im Barneby …
Neulich im Barneby: Halb Neun abends, recht leer, es riecht noch nach Farbe. Frisch renoviert ist das Ex-La-Rue und eine Spielekneipe geworden. Kistenweise stehen nagelneue Spiele im Regal, vorn, an der Bar, läuft der Flachbildfernseher. Das Lachen und die Gespräche der Mitarbeiter am Tresen, die nebenbei das Fernsehprogramm sehen können, schallen durch den ganzen Laden. Ein Paar sitzt an einem Gartentisch mit Metallgestell und Holzlatten als Tischplatte. Irgendwie passt das alles nicht. Der Tisch taugt nicht, weder fürs Würfelspiel, noch als gemütlicher Kneipentisch. Es ist zu laut, zu leer, es gibt keinen Raum für Raucher(Gibt es doch. Hab ich aber nicht gesehen). Vieles erinnert noch an das La Rue, nicht nur ganz vorn im Tresenraum. Viel Durchhaltevermögen und noch manche Verbesserungsidee sei den Betreibern gewünscht…
Aus und vorbei – schluchz

Jetzt hat er es wahr gemacht. Schon seit einer geraume Weile hatte Andreas angekündigt, dass er das Prinz schließen will. Und nun ist es also so weit, heute Abend wird Abschied gefeiert. Nach fünf Jahren hat er genug von der Neustadt. Und da nun ein paar Interessenten eine ordentliche Stange Geld geboten haben, zieht er sich vom Geschäft zurück.
Für mich Gelegenheit mal zurück zu schauen. Am Anfang fand ich das Prinz ja gar nicht so toll. Siehe hier.
Aber nach und nach wurde die Bar zu einer Art Stammkneipe, vor allem wohl wegen der gutaussehenden Kellnerinnen. Andreas, danke dafür. Aber auch der Wirt selber beglückte mich vor allem durch seine ehrliche Erstauntheit über die Absurditäten des Alltags.
Der neue Betreiber will erstmal nicht so viel verändern, auch der Name Prinz wird wohl vorerst beibehalten. Man wird sehen …
Keepers heißt jetzt McLouis
Die Sportbar und Fußballkneipe Keepers wurde vor Kurzem umbenannt und heißt jetzt McLouis. So hieß einmal eine Kneipe auf der Louisenstraße. Außerdem ist in der offensichtlich inhabergeführten Einraumkneipe das Rauchen wieder erlaubt.
Von richtig alten Kneipen
Die Nachricht traf mich wie ein Schock. Das Bautzner Tor soll einen neuen Betreiber haben. Ich befürchte das Schlimmste und eile in der nächsten freien Minute hin zur Hoyerswerdaer Straße hin zu einer der letzten wahren Kultkneipen der Neustadt. Namen schießen mir durch den Kopf. Namen wie Konzertklause, Goldquelle, Nordpol, Goldenes Hufeisen, Schmiede oder Alaungarten. Alles Kneipen, die in in den vergangenen Jahren nach und nach dichtgemacht haben und mit neuem modischen Inhalt aufgepeppt und dem Zeitgeist angepasst wurden. Was für schöne Stunden habe ich in der Konzertklause auf der Alaunstraße verbracht bei Bier und Spgahetti. Auf der handgeschriebenen Speisekarte wirkte der Buchstabendreher besonders reizvoll. Hier gab es Kellner, die noch danach aussahen, mit weißem Hemd und Lederweste und einen Wirt hinterm Tresen, der für jeden Samstagskrimi eine Topbesetzung gewesen wäre. Jetzt ist an selber Stelle ein modischer Szenetreff entstanden. Oder auf der anderen Straßenseite das Hufeisen. Angeblich soll es hier nach dem Krieg Pferdefleisch gegeben haben, davon habe ich jedoch nichts mehr mitbekommen, wohl aber von den etwas ruppigen Sitten in der Kneipe. Einmal konnte ich miterleben wie ein zahlungsunwilliger Gast mit kräftigem Tritt in den Hintern auf die Straße befördert wurde, ein andermal wie sich zwei reifere Damen wegen eines Herren mit ihren Handtaschen angriffen und nur mit Mühe vom Personal zurückgehalten werden konnten. Heute isst man hier gepflegt italienisch und unterhält sich nur noch im Flüsterton.
Sie fehlen mir, die alten Kneipen, in denen die Neustadt noch ein bisschen ordinärer und ein bisschen lauter war. Zuletzt hat es das Hebeda´s erwischt. Doch der neue Inhaber behielt wenigstens den Namen bei und baute auch ansonsten nicht so viel um. Doch die ehemaligen Gäste sind verschwunden, fühlten sich wahrscheinlich eingeengt vom neuen jugendlichen Szenepublikum.
Nun stehe ich vorm Bautzner Tor, neben Zöllnerklause und Erlenklause wohl die letzte noch originalgetreue Kneipe. Ich stoße die Tür auf und atme erleichtert auf. Fast nichts hat sich verändert, am Tresen steht einer mit nem Bier, der könnte schon immer hier stehen. An der Wand noch immer die alten Tapeten. Die Luft scheint etwas besser zu sein, das kann aber auch am frühen Abend liegen. Nur der Mann hinterm Tresen ist neu und vielleicht einen Tick zu freundlich, aber das kriegt er bestimmt auch noch hin.
Löcher in der Straße oder ein Stadtteil versackt
Einfach abgesackt, weggerutscht. Ein neues Loch ist entstanden. Mitten auf dem Martin-Luther-Platz sind mehrere Pflastersteine etwa 30 Zentimeter nach unten gesackt. Rot-weiße Warnbaken markieren die Katastrophen-Stelle. Ein dickes Loch prangt dort, wo früher Straße war.
Dass man in der Neustadt hervorragend versacken kann, müsste eigentlich klar sein, diverse Kneipen locken mit hochprozentigen Getränken. Und nach reichlichem Genuss bleibt der eine oder andere Alkohol-Liebhaber schon mal unterm Tisch liegen. Doch dass neuerdings auch Pflastersteine versacken, ist schon ein ziemlich starkes Stück. Dabei ist das Vorkommnis am Martin-Luther-Platz nicht das erste seiner Art. Vor reichlich einem Jahr haben sich auf der Schönfelder Straße schon einmal ein paar Steinchen in den Untergrund verabschiedet. Damals reagierte das Straßenbauamt wesentlich drastischer. Zur Strafe wurde die halbe Straße gesperrt. Rote Karte, zwei Wochen Pause, keine Autos, keine LKW, die übrigen Steine der Straße wurden in einer Art Sippenhaft gleich mit bestraft.
Nach Ablauf der Sperrfrist wurden die Übeltäter aus ihrer Tieflage befreit, neuer Sand im Untergrund sollte weiteres Absacken verhindern, bis heute erfolgreich. Stellt sich nun die Frage ob, die Abrutsch-Aktion am Martin-Luther-Platz eine Solidaritäts-Demonstration ist, oder ob dort einfach nur dem Druck von oben nachgegeben wurde.
Diesmal reagiert die zuständige Behörde nur mit einer lokalen Sperrung, vermutlich ist sogar schon ein kleiner Bautrupp beauftragt, den Untergrund zu untersuchen und weitere Absackungen zu verhindern. Doch hier muss hart und schnell gehandelt werden, die Abweichler müssen erstmal ihrem Elend überlassen werden, eine Sperrung des ganzen Platzes sollte her. Damit die anderen Pflastersteine genau wissen, wer hier Herr über Grund und Untergrund ist.
Denn wenn hier nur lokal begrenzte Strafen verhängt werden, wird es immer wieder neue Absturz-Versuche geben. Und vielleicht bilden die Pflastersteine dann auch irgendwann eine Allianz mit den wenigen Asphaltdecken auf Alaun- und Louisenstraße. Das Drama könnte ungeahnte Formen annehmen, wenn plötzlich eine ganze Straße im Untergrund verschwindet und sämtlichen Kneipen plötzlich die Laufkundschaft fehlt.


